Es
stinkt zum Himmel
Zeit,
dass sich was dreht? Grönemeyer
dreht durch.
Ein Stück vom Himmel?
Wer nicht gut zuhört,
denkt wie üblich: Ein Song für Frieden, für
unsere Umwelt, für die ganze Welt. Doch der Sänger hat
weiter gedacht, als manche
ahnen und: Seine Botschaft ist Programm.
Es stinkt zum
Himmel - kein Platz für
Gott. Allein die FAZ hat Grönemeyers "Diesseitsfeier" entlarvt und
seine Ökoesoterik
beim Namen genannt. Sein Lied vergöttert die Natur und vergisst ihre
Opfer. Es huldigt dem Augenblick und verschreibt sich dem Zeitgeist.
Ein
musikalisches Denkmal für ein neuheidnisches Zeitalter.
Wenn jemand
Wahrheit beanspruchen kann,
dann nicht die Religion, sondern Herbert. Der Polit-Prophet hat längst
ausgemacht, wer für das heutige Übel der Welt verantwortlich ist:
"Legionen von Kreuzrittern / haben sich blindwütig verrannt" Eine Erinnerung an
das Mittelalter? Mitnichten. Gemeint ist Amerika, brennen tut der Irak,
und
jetzt müssen wir löschen. Her mit dem Eimer!
In Wirklichkeit
brennen die
Sicherungen. Nicht die des guten Geschmacks, aber die vielleicht auch.
Grönemeyer
ist durchgedreht, und niemand hat es bemerkt - weil sich alle mit ihm
drehen
und er sich mit allen. Gott und die Welt, Politik und Religion - alles
vermischt sich zu einer Stimmung. Pazifistisches Gehabe -
gutmenschliche
Rhetorik - linke Sprüche. "Milliarden Farben, und jede ist ein
eigenes
Rot."
Es stinkt zum
Himmel. "Lied
1" enthält mehr als die Botschaft eines Sängers,
es beschreibt einen Zustand: eine orientierungslose Gesellschaft.
Wenigstens
hier hat "unser Herbert" Recht mit dem Titel des Albums: 12. - Fünf
vor zwölf, das war früher einmal. Jetzt ist der Wahnsinn
ausgebrochen, es gibt kein Halten mehr. Was kann da
noch
helfen? Ein Stuhl im Orbit. Schießt
Grönemeyer
endlich auf den Mond!
STEFAN
HÖGL